Afro-Shops in Deutschland

Afro-Shops: Diese Geschäftsidee hat sich in Deutschland breit gemacht. Anfang der 80er Jahre entdeckten ein paar tüchtige Geschäftsleute aus Afrika, Karibik und teilweise auch aus Amerika diese Marktlücke in Europa. Obwohl meist nur wenig Kapital vorhanden war, riskierten sie die Gründung einer Existenz. Trotz einiger Schwierigkeiten haben sich mittlerweile eine Vielzahl von Unternehmen mit diesem vielseitigen Geschäft auf dem deutschen Markt etabliert.

Afro-Shops sind in den letzten zehn Jahren in Deutschland wie Pilze aus dem Boden geschossen. Der Trumpf dieses Geschäftskonzeptes kann in der Qualität der Produkte und der Dienstleistungen gesucht werden. Aber dieser Markt mit Schönheit, Mode, Kunst, Lebensmitteln und Musikerzeugnissen überlebt zum größten Teil dank der kaufmännischen Leidenschaft, Kontaktfähigkeit und Gastfreundlichkeit der Leute, die dafür arbeiten. Die meisten Besitzer, häufiger aber Besitzerinnen, die oft zuerst alleine in ihrem Laden arbeiten, bevor sie die Möglichkeit haben, Personal einzustellen und zu vergrößern oder auch das Geschäft in kleinem Rahmen zu lassen, sind Leute, die es verstanden haben, ihre Situation selbst in die Hand zu nehmen und ihr Leben interessant zu gestalten.

Überlebenschancen?

Manchmal fragt man sich, wie überleben alle diese Afro-Shops, besonders solche, die in versteckten Ecken zu finden sind? Wie können sie existieren in einer Stadt wie z. B. Düsseldorf, wo sich etwa zehn davon befinden . So viele Afrikaner, Kariben oder Amerikaner leben hier auch wieder nicht und es gibt nicht so viele einheimische Leute, die diese Shops aufsuchen. In größeren Städten wie z. B. Hamburg mit etwa sechs Afro-Shops alleine in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs und U-Bahn-Stationen werden sicher einige davon ausschließlich von Landsleuten besucht. Es kommt vor, dass schon einmal einige monatelang mit gesperrten Telefonanschlüssen existieren müssen, was als Friseursalon sicher nicht einfach ist. Die Afro-Shops waren anfangs nur moderne Friseursalons für Weaving, Haarverlängerung, Rasta-Braids, Dreadlocks, wie beispielsweise die Afro-Euro-Coiffure-Salons der dynamischen Unternehmen aus Haiti, Micheline Schwarz, die ihr Geschäft in Düsseldorf, in der Friedrich- Ebert.Str 42, Nähe Hbf betreibt. Oder auch der Afro-Beauty-Shop " Fashion Style Beauty" von Grace aus Kenia, in Bonn Rathergasse 9.
Afro-Shops genießen keine gezielte Werbung, keine festen Strukturen. Sie sind keine Restaurantketten wie MC-Donalds, Benetton oder Esprit-Läden. Und auch leider nicht wie Öko-Natur-Läden, die sich auf internationalen Messen wie beispielsweise in Mainz ihre Anerkennung und damit die Vergrößerung ihres Kundenkreises sichern können. Aber es ist selten, dass ein einmal eröffneter Afro-Shop wieder schließt; der Modetrend begünstigt sie. Wer einmal etwas anderes und ausgefallenes haben möchte oder schönes, langes, glänzendes Haar, das sofort ins Auge fällt, sollte einmal einen solchen Shop aufsuchen.

Hair-Extension bietet die ideale Lösung für eine unbemerkte Haarverlängerung oder -verdichtung, indem echtes Haar oder Kunsthaar angenäht wird. Die Farbe der Haare kann man sich natürlich selbst aussuchen. Die Haare können geflochten oder mit Kopfschmuck und gedrehten Zöpfen dekoriert werden.

Es gibt auch Afro-Shops, die mit Haarverlängerungen oder afro-amerikanischen Kosmetik- oder Schönheits-Produkten nichts zu tun haben. Der Sikasso Markt in Berlin-Kreuzberg beispielsweise, unterteilt in zwei separaten Läden, wo es in dem einen Laden nur afrikanischen Schmuck und Perlen aller Art gibt. Oder Karibu in Dortmund, wo es sogar Lebensmittel rein afrikanischer Herkunft gibt, wie zum Beispiel Kartoffeln (Igname, Manioc), Kochbananen oder Kakao. Die Nachfrage nach Öko-Natur-Produkten in westlichen Ländern macht die Existenz von Läden wie Karibu erst möglich. Und Afrika hat soviel an Accessoires im Öko-Trend, wie beispielsweise Schmuck, Ketten, Stoffe zu bieten! Kopfschmuck von Königen und hohen Persönlichkeiten, wie von Shaka Zulu, die seitlich getragenen Elfenbeinknöpfe von Frauen des Häuptlings Nehemia im Ovambo-Land im südlichen Afrika bieten uns ein perfektes Bild des Stellenwertes von Schmuck, den er seit Jahrhunderten in Afrika inne hat. Die Afro-Kleider wie z. B. große Boubou aus Westafrika, gut gefärbte Kleider sowohl für Kinder, Frauen und Männer mit gewebten Stoffen aus Westafrika, Ostafrika oder rote Decken aus Pondoland, Südafrika werden auf dem textilen Markt gehandelt. Apropos Kunstobjekte. Sie reichen von Souvenirs bis zu antiker Kunst, die seit Jahrhunderten im Mittelpunkt des alltäglichen Lebens in Afrika steht. Die bekannten Bronzefiguren von Ol Okum, Ifé von Benin Nigeria, die Goldstaubgefäße von Ashanti, Ghana, um nur diese zu nennen, können es perfekt bezeugen.

Traditionelle afrikanische Musikinstrumente wie Djembe, Mbira oder Sanzi usw. werden in Afro-Shops ebenso angeboten wie CD, MC,SP, DWD und Videokassetten mit afrikanischer oder karibischer Musik.

Afro-Shops sind nicht nur Läden, sondern auch Begegnungsstätten für Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen, Ländern, Kontinenten. Sie ersetzen ihnen ein wenig Lebensqualität, die langsam aber sicher in der modernen Gesellschaft verloren geht.

 

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