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Die vergessenen Menschenrechte

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Ca. 1 Milliarde Menschen leiden weltweit trotz des Überflusses in den Industrienationen an Hungersnot oder dauerhafter Unterernährung. Dieser Zustand ist sowohl politisch wie auch wirtschaftlich gewollt.

Mehr als 1/5 der Menschheit ist zu lebenslanger bitterer Armut und Hoffnungslosigkeit verurteilt, obwohl uns diese Situation im Alter des materiellen und technologischen Fortschritts geradezu paradox vorkommt.

Hunger und Armut der Völker sind Verbrechen gegen die Menschenrechte. Sie sind das Ergebnis von Mißachtung wirtschaftlicher und sozialer Rechte, die auch zu den bürgerlichen Menschenrechten zählen.

Wie absurd es klingt, eine echte Zusammenarbeit zwieschen Staaten, Länder, Völker ist die Lösung zur Normalität. Die rücksichtslose Ausbeutung der Ressourcen den Länder, um die Nachfrage verschiedener Länder zufriedenzustellen kann auf Dauer nie gut enden. Man muß leben und Leben lassen.

Durch das soziale Unrecht entsteht in der Volkswirtschaft der Länder z. B. des Südens und in Afrika, wo nicht einmal 15 % der Bevölkerung eine Beschäftigung haben oder eine korrekte Bezahlung gewährleistet ist, dauerhafter Geldmangel. Aus diesem Grund können die Länder auch keine politische, soziale und wirtschaftliche Stabilität gewinnen.

Unrecht und Hoffnungslosigkeit führen zwanglaufig zu Revolten, Putschversuchen, zu Zerfall staatlicher Macht und zu eine Spiral von blutigen Konflikten.

Mehr als 50 Jahre nach Verabschiedung der UNO-Menschenrechte gibt es kaum Menschenrechte, die so permanent in der totalen Gleichgültigkeit verletzt werden wie die sozialen und wirtschaftlichen Rechte. Man sollte sich darüber im Klaren sein, daß ohne diese Rechte auch die bürgerlichen und politischen Rechte auf Dauer nicht zu gewinnen sind.

Franklin Nkangou Mikangou

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Oumou Sangaré - Die Sanfte Vorkämpferin

Ihre letzte Tournee durch Deutschland liegt 4 Jahre zurück, wie bei fast allen Stars der afrikanischen Musik. Durch ihre zahlreichen Auftritte haben afrikanische Musiker von Ende 1980 bis Mitte 1990 Deutschland erfolgreich als ein der Zentrum der Weltmusik durchgesetzt. Die Welle ging sicherlich wegen der zu großen Erhöhung der ausländischen Steuer auf Live-Musik zu Ende. In der Tat, seit Ende 1980 gerieten hier aus unerklärlichen Gründen die Tourneen mit afrikanischen Stars in Vergessenheit. Sogar Einzelauftritte von Oumou Sangaré sind zu einer Seltenheit geworden - ebenso wie die der anderen Stars, die oft hierher kamen: Salif Keita, Angelique Kidjo, Femi kuti, Lucky Dube, Ladysmith Black Mambazo, Manu Dibango, Baaba Maal, Cesaria Évora etc., ausgenommen von wenigen größeren Musik-Festivals im Sommer.
Am Ende dieses Jahres ist Oumou Sangaré - die sanfte Vorkämpferin der Fauenrechte und Mutter eines 9-jährigen Sohnes - nach erfolgreichen Welt-tourneen nun doch wieder im Land. Nach dem unvergessenen Konzert im Herzen Afrikas, bei dem afrikanischen neuen großen Festival (FESPAM) in Brazzaville ( Kongo-Republik ), im August diesen Jahres und der Präsentation ihres neuen Albums "Oumou" bei der Zeromonie World Circuit - Night am 29. Semptember in Paris, gastiert Oumou Sangaré im Rahme ihrer Tournee durch Europa in ca. 4 Städten Deutschlands: sie hat am in Jahr 2003 und genau am 5. November im Norbert-Schumann-Saal in Düsseldorf, am 6., 7. und 11. November in Darmstadt, Karlsruhe, München und Österreicht gespielt.

Die 35-jährige engagierte Sängerin aus Mali mit der zauberhaften Stimme, wurde im Laufe ihrer 13 Jahre andauernden Bühnenpräsenz immer beliebter.
Die musikalische Karriere von Oumou ist märchenhaft. Sie gilt seit Ende 1990 als "eine der größten Stimmen der Welt ", mit der man niveauvolle Programme bereichen kann. Beispielsweise wurde sie mit ihrer Gruppe für ein einziges Konzert in Australien eingeladen. Alle Plätze des geplanten Konzerts in der Opera von Sydney waren bereits durch den Vorverkauf ausverkauft. Der Auftritt hatte den Zuschauern so gut gefallen, daß für den nächsten Tag ein Zusatzkonzert organisiert wurde. Sicherlich war bis dahin der junge Star aus Mali nicht ganz unbekannt in Australien. Ein Fernseh-Team hatte zuvor eine Reportage über die Arbeit der Sängerin in Mali und ihr Leben in der Region Wassoulou gemacht und gezeigt. Darüber hinaus wurden alle ihre Alben hoch gelobt, und das Album " Worotan " stand Monate lang an der Spitze der internationalen World Music Charts. Dies alles konnte erfolgreich zu ihrer weltweit wachsenden Popularität beitragen.

Geboren 1968 in Bamako, der Haupstadt des Landes Mali (Westafrika), erschien 1989 ihr erstes Album. Aufgenommen ein Jahr davor in Abidjan an der Elfenbeinküste, einer der Metropolen der afrikanischen Musik in Afrika, wurde die Debüt -Kassette " Moussolou " ("die Frauen"). Innerhalb von sechs Mo-naten wurden mehr als 200.000 Exemplare im Westafrika verkauft - ein absoluter Rekord im afrikanischen Musikgeschäft südlich der Sahara. Neben Paris und London, die als europäische Metropolen für afrikanische Musik gelten, findet die Produktion dieser Musik in Afrika selbst in Großstädten wie Abidjan, Brazzaville (Kongo-Republik), Kinshasa (Demokratische Republik Kongo), Lagos (Nigeria), Dakar (Senegal), Johannesburg (Südafrika), Duala (Kamerun) statt.

Der Engländer Nick Gold, Inhaber von World Circuit, einem bekannten internationalen Plattenlabel, der besonders berühmt wurde durch die Produktion des "Buena Vista Social Club, Cuba", wurde auf das Album " Moussolo " made in Afrika aufmerksam. Seit 1990 steht die junge Diva bei dem weltweit bekannt Label unter Vertrag. "Moussolou" wurde in 1991 von dem genannten Label für den internationalen Markt neu produziert .

Doch Oumous Erfolg beschränkt sich nicht nur auf ihre Musik auf der Bühne und ihre Alben. Daß sie in der internationalen Filmindustrie auch eine gut Rolle spielen kann, beweist sie mit dem Film "Beloved" über die Moderatorin Oprah Winfrey. Begeistert von dem Song " Djouroulé " des dritte Albums, nahm Oprah Winfrey, eine im US-Fernsehen berühmte Afroamerikanerin, Kontakt zu Oumou auf und bat sie, die Texte der Filmmusik zu komponieren und zu singen. Oumou war so begeistert von dem Film und fühlte sich durch die Kontaktaufnahme durch World Circuit von Oprah derart geschmeichelt, daß sie sofort die Arbeit an die Melodie zum Film begann. Die damals 21-jährige Sängerin hat die Songs selbst komponiert - wie es bei manchen be-kannten Sängern dieses Kontinents üblich ist.

Oumou Sangaré wurde über Nacht zum Star. Selbst Cesaria Evera, eine der ältesten und bekanntesten Diven der afrikanischen Musik von den Kap-verdischen Inseln, die einige Jahre zuvor den Sprung von einer armen Sängerin zur weltweit bekannten Künstlerin geschafft hatte, konnte Oumou für ihren Blitz-Erfolg nur beneiden. Die 62 jährige "Grande Dame" der afrikanischen Musik von der genannten Trauminsel hat erst ab einem Alter von 50 Jahren die Früchte ihrer Kunstbemühungen und ihres Talents ernten können. Ähnliches trifft auch auf die bekannte und beliebte 72 Jährige Sängerin Miriam Makeba aus Südafrika zu. Oumou Sangaré ist auf dem besten Weg, in einem Atemzug mit den beiden älteren Diven genannt zu werden. Ihre Konzerte ziehen mittlerweile mehr Menschen an als die Auftritte von Angelique Kidjo aus Benin, einer weiteren bekannten jungen Sängerin der afrika-nischen Musik, die man vor Jahren als Nachfolgerin von Miriam Makeba gefeiert hatte.

Die Musik von Oumou Sangaré ist an erster Stelle eine Musik aus traditionellen Rhythmen und Melodien aus der Wassalou-Region, ca. 120 km südlich von Malis Haupstadt Bamako. Die junge Frau ist neben ihrem Kampf um die Rechte der Frauen, gegen Polygamie Zwangsheirat sehr stolz, diese Musik zu vertreten. Auf meine Bemerkung bei unserer ersten Begegnung in 1993 während der Promotion des Albums " Ko Siro" : "Oumou du wirst immer berühmter - genau wie dein Landsmann Salif Keita...", schaut sie mich ein paar Sekunden bedrückt an, so wie jemand, der sich unwohl dabei fühlt, et-was gegen eine Respektperson zu sagen. ... " Ich werde aber nicht auf seine Weise Musik darstellen ", sagt sie zu mir. ..." Auf welche Weise? " frage ich erstaunt. ..." Ich werde keine Musik vertreten, die meine ursprüngliche afrikanische Tradition nicht repräsentiert. Salif Keita mischt zu viel Technik in seine Musik, dadurch verliert diese ihre Authentizität".

Es ist jedoch heutzutage üblich, afrikanische Rhythmen mit viel Rock, Synthethizer und Hightech zu mischen. Das verlangen sogar die meisten Produ-zenten. Sie hoffen damit , die afrikanische Musik dem westlichen Publikum besser zugänglich zu machen. Sicher können ein paar Experimente nicht schaden. Es kann aber dazu führen, wenn den Wünschen einiger Produzenten gänzlich entsprochen wird, um die Verkaufszahlen zu steigern, daß der Musiker seiner Karriere eher schadet als sie damit zu fördern. Doch alle Wünsche und Bestrebungen können gerade im Showbusiness nicht ohne ein gewisses Maß an Flexibilität erreicht werden.

Zwischen 1986 und 1995 hat die junge Sängerin Oumou Sangaré ausschließlich traditionelle Musik ihrer Region in ihrer Muttersprache Wassoulou N'ke, ein in Mali nach der Sprache Bambara am meisten gesprochener Dialekt gemacht. Ab dem dritten Album " Waratan" in 1996 konnte Oumou nicht mehr nur mit der Macht ihrer Stimme und den puren traditionellen Rhythmen aus Wassoulou ihre Karriere in der Show Business erfolgreich fortsetzen. Bei der Produktion des Albums " Waratan" haben bekannte Künstler außerhalb Afrikas, wie der Saxophonist Pee Wee Ellis und Nitin Sawhney, mitgewirkt. In den Jahren 1997 und 1998, insbesondere während der größten Tourneen durch Zentralafrika und Westafrika, organisiert von der ehemaligen Fluggesell-schaft Air Afrique in Verbindung mit den CCF " Centres Culturels Francais " (Französische Kulturzentren), wurde die Veränderung in der Musik von Oumou deutlich. Als erstes hat sich die Musikgruppe von ca. 7 auf 11 Musiker vergrößert. Neben Djembe, Kamelen Ngoni (traditionelle Gitarre mit 6 Saiten), waren Flöte, elektrische Guitarre und Bass zu höre, später kam noch das Saxophon dazu. Auf die Frage von Journaliste, die Oumou fragten, warum sie ihre Musik verändert hat, antwortet sie: " Ich kann meine Treue für die traditionelle Musik nicht leugnen, aber in meinen neuesten Liedern ver-suche ich, die moderne universale Musik mit der traditionellen afrikanischen zu verbinden. Ich bin froh, daß meine Musikproduktion den internationalen Standards entspricht." Also, eine Zusammenarbeit mit anderen Kulturen ist nicht immer schlecht, sondern heutzutage sogar unvermeidlich und eine Bereicherung.

Die Musik einer der größten Künstlerinnen Malis Sangaré ist an erster Stelle eine Botschaft - eine Lebensphilosophie mit pädagogischer Funktion. Sie kämpft um die Vorrechte der Frauen und spricht sich gegen Heirat als Handel aus. Sie sagt: " Polygamie ist dumm. Sie hat vielleicht damals ihren Dienst getan, aber in der heutigen Zeit hat sie kein Platz mehr in der Gesellschaft." Sie singt letzter Zeit sogar gegen Frauenbeschneidung. Ich fragte sie, ob die Leute in Afrika auf ihre Kritik hören, insbesondere in Mali. Sie sagte mir schon in 1993, daß durch ihre Musik und Boschaft die Quote der Polygamie ge-sunken war, besonders in der jüngeren Generation. Sogar Männer unterstützen ihren Kampf. Es hat sicher etwas zu bedeuten, daß Ali Farka Touré, einer der internatinal bekannten Musiker Malis, als ihr Berater gilt.

Doch nicht nur auf afrikanischer, sondern ebenfalls auf internationaler Ebene genießt Oumou Anerkennung. Beispielsweise erhielt sie mehrmals die "Cassette d' or - K7" (die Goldene Kassette) von Mali. Außerdem ist sie eine der wenigen Musiker der World Music, die im "Central Park" von New York ein erfolgreiches Konzert gegeben haben. Am 18. November 2001 wurde ihr der "IMC Unesco Music Prize" im Rathaus von Aachen verliehen. Das IMC (International Music Concil ) der Unesco zeichnet seit 1975 alle 2 Jahre Persönlichkeiten der Musikbranche für ihre Talent und Engagement für Friede und Völkerverständigung aus. Die Auszeichnung wurde bis 2001 an insgesamt 50 Persönlichkeiten übergeben. Darunter an zwei begabte Künstler aus Afrika: Miriam Makeba im Jahr 1993 und 1998 an Cesaria Evora. Am 8. Juli 2003 unterzeichneten die Außenminister der afrikanischen Union das Pro-tokoll, das die Rechte der afrikanischen Frauen garantiert. Das sogenannte Protokoll von Maputo, Hauptstadt des Landes Mozambik (südliches Afrika) verurteilt die Beschneidung der Frauen und andere sexuelle Verstümmelungen sowie die Zwangsheirat von Frauen unter 18 Jahren. Auch dies eine An-erkennung für Oumou Sangaré's Bemühungen. Nach Unterzeichnung des Protokolls haben zahlreiche Medien die "sanfte Vorkämpferin" um Stellung-nahme gebeten.

In ihren Liedern erinnert Oumou daran, wie wichtig die Gastfreundschaft unter Menschen ist. Sie hat eigens diesem Thema das Album "Laban" mit dem Song "Malado" speziell für den afrikanischer Markt und eine lange Tournee durch Mali gewidmet. Oumou kritisiert in diesem Lied, daß Egoismus und Individualismus die sozio-ökonomischen Abstände zwischen Arm und Reich in der Gesellschaft vergrößern. Neben ihrer Musik engagiert sie sich sehr für verschiedene soziale Projekten: sie unterstützt Frauen-Vereine und -Initiativen in ihrer Arbeit und war maßgeblich an ihrer Gründung beteiligt.

Doch die sanfte Vorkämpferin mit dem mitreißenden Lächeln, die zur Musik kam, um ihrer Mutter zu helfen, weil diese unter Polygamie viel gelitten und oft geweint hat. Sie begnügt sich nicht nur mit Theorien, sie praktiziert Solidarität. Kaum ein Star läßt seine Fans und Besucher so nah an sich heran; sei es in einer Loge am Verantaltungsort oder zu Hause in Afrika. Sie ist ein warmherziger Mensch, der viel Wert auf menschliche Beziehungen legt. Und genau diese Qualitäten spiegeln sich in all ihren Aktivitäten wider, in der Musik und im sozialen Leben.

Béto Redaktion

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Antoine Moundanda (Kinsansi oder Santzi-Musik)

Neben "Les tambours de Brazza" (Brazzaville), Swédé Lokolé gilt Antoine Moundanda als eine der mächtigen Kräfte der traditionellen Musik aus Kongo-Brazzaville.
Erstaunlicherweise sind diese Namen auf internationaler Ebene neben "Extra Musica" nur bei MSA im Jahre 1997 (Musik und Kulturmesse Afrikas) in Abidjan, Elfenbeinküste bekannt geworden.
"Extra Musica" ist neben Rapha Bounzeki, eine moderne, junge Band aus Kongo-Brazzaville, die sich seit 5 Jahren der Tradition des Soukouss und der Rumbamusik Kongos verschrieben hat. Moundanda alias
Likémbé legéant war Mitgründer des ersten Bühnenensembles "Orchestra" Victoria Brazza (Brazzaville) von beiden Kongos im Jahr 1950. Es wurde 1928 in der Nähe südlich von Brazzaville bei Kinkala geboren.
Vor 1960, in der Kolonialzeit, galt Antoine Moundanda als Virtuose der authentischen Musik der ganz besonderen Art. Obwohl er weder Rumba noch Soukouss (die am häufigsten gespielte und getanzte Musikrichtung) spielt, hat Moundanda viele Musiker der zeitgenössischen Musik inspiriert. Soukouss wurde zum ersten Mal Mitte 1960 von der Gruppe Sinza aus Brazzaville gespielt. Moundanda war bereits damals ein Vorbild von Kabassele "grand Kalle" in Kinshasa, die Pioniermusiker Pandi, Eddo Nganga, Essou, Nino Malapet, Papa Noél ya Nona Lokélo aus Brazzaville, die zwischen 1957 und 1959 in den beiden Hauptstädten Kongos die mächtigen Musikbands OK Jazz und les Bantous "de la capitale" gegründet haben.
Antoine Moundanda ist ein begabter Sänger und zuerst Spieler von "Kinsansi". Er ist ein Griot Zentralafrikas. Er war der erste Künstler, der seine Santzi oder Kisantzi durch elektrische Akustik verstärkt hat. Santzi in Kongo, Sanza in Kamerun, Mbira in Zimbabwe ist ein Daumenklavier, ein Instrument aus plattgeschlagenen Nägeln aus Metall oder Palmlamellen.
Antoine Moundanda bringt in jede afrikanische Hochzeit und musikalische Treffen eine ausgelassene Stimmung.

Béto Redaktion

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Afro-Shops in Deutschland

Afro-Shops: Diese Geschäftsidee hat sich in Deutschland breit gemacht. Anfang der 80er Jahre entdeckten ein paar tüchtige Geschäftsleute aus Afrika, Karibik und teilweise auch aus Amerika diese Marktlücke in Europa. Obwohl meist nur wenig Kapital vorhanden war, riskierten sie die Gründung einer Existenz. Trotz einiger Schwierigkeiten haben sich mittlerweile eine Vielzahl von Unternehmen mit diesem vielseitigen Geschäft auf dem deutschen Markt etabliert.

Afro-Shops sind in den letzten zehn Jahren in Deutschland wie Pilze aus dem Boden geschossen. Der Trumpf dieses Geschäftskonzeptes kann in der Qualität der Produkte und der Dienstleistungen gesucht werden. Aber dieser Markt mit Schönheit, Mode, Kunst, Lebensmitteln und Musikerzeugnissen überlebt zum größten Teil dank der kaufmännischen Leidenschaft, Kontaktfähigkeit und Gastfreundlichkeit der Leute, die dafür arbeiten. Die meisten Besitzer, häufiger aber Besitzerinnen, die oft zuerst alleine in ihrem Laden arbeiten, bevor sie die Möglichkeit haben, Personal einzustellen und zu vergrößern oder auch das Geschäft in kleinem Rahmen zu lassen, sind Leute, die es verstanden haben, ihre Situation selbst in die Hand zu nehmen und ihr Leben interessant zu gestalten.

Überlebenschancen?

Manchmal fragt man sich, wie überleben alle diese Afro-Shops, besonders solche, die in versteckten Ecken zu finden sind? Wie können sie existieren in einer Stadt wie z. B. Düsseldorf, wo sich etwa zehn davon befinden . So viele Afrikaner, Kariben oder Amerikaner leben hier auch wieder nicht und es gibt nicht so viele einheimische Leute, die diese Shops aufsuchen. In größeren Städten wie z. B. Hamburg mit etwa sechs Afro-Shops alleine in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs und U-Bahn-Stationen werden sicher einige davon ausschließlich von Landsleuten besucht. Es kommt vor, dass schon einmal einige monatelang mit gesperrten Telefonanschlüssen existieren müssen, was als Friseursalon sicher nicht einfach ist. Die Afro-Shops waren anfangs nur moderne Friseursalons für Weaving, Haarverlängerung, Rasta-Braids, Dreadlocks, wie beispielsweise die Afro-Euro-Coiffure-Salons der dynamischen Unternehmen aus Haiti, Micheline Schwarz, die ihr Geschäft in Düsseldorf, in der Friedrich- Ebert.Str 42, Nähe Hbf betreibt. Oder auch der Afro-Beauty-Shop " Fashion Style Beauty" von Grace aus Kenia, in Bonn Rathergasse 9.
Afro-Shops genießen keine gezielte Werbung, keine festen Strukturen. Sie sind keine Restaurantketten wie MC-Donalds, Benetton oder Esprit-Läden. Und auch leider nicht wie Öko-Natur-Läden, die sich auf internationalen Messen wie beispielsweise in Mainz ihre Anerkennung und damit die Vergrößerung ihres Kundenkreises sichern können. Aber es ist selten, dass ein einmal eröffneter Afro-Shop wieder schließt; der Modetrend begünstigt sie. Wer einmal etwas anderes und ausgefallenes haben möchte oder schönes, langes, glänzendes Haar, das sofort ins Auge fällt, sollte einmal einen solchen Shop aufsuchen.

Hair-Extension bietet die ideale Lösung für eine unbemerkte Haarverlängerung oder -verdichtung, indem echtes Haar oder Kunsthaar angenäht wird. Die Farbe der Haare kann man sich natürlich selbst aussuchen. Die Haare können geflochten oder mit Kopfschmuck und gedrehten Zöpfen dekoriert werden.

Es gibt auch Afro-Shops, die mit Haarverlängerungen oder afro-amerikanischen Kosmetik- oder Schönheits-Produkten nichts zu tun haben. Der Sikasso Markt in Berlin-Kreuzberg beispielsweise, unterteilt in zwei separaten Läden, wo es in dem einen Laden nur afrikanischen Schmuck und Perlen aller Art gibt. Oder Karibu in Dortmund, wo es sogar Lebensmittel rein afrikanischer Herkunft gibt, wie zum Beispiel Kartoffeln (Igname, Manioc), Kochbananen oder Kakao. Die Nachfrage nach Öko-Natur-Produkten in westlichen Ländern macht die Existenz von Läden wie Karibu erst möglich. Und Afrika hat soviel an Accessoires im Öko-Trend, wie beispielsweise Schmuck, Ketten, Stoffe zu bieten! Kopfschmuck von Königen und hohen Persönlichkeiten, wie von Shaka Zulu, die seitlich getragenen Elfenbeinknöpfe von Frauen des Häuptlings Nehemia im Ovambo-Land im südlichen Afrika bieten uns ein perfektes Bild des Stellenwertes von Schmuck, den er seit Jahrhunderten in Afrika inne hat. Die Afro-Kleider wie z. B. große Boubou aus Westafrika, gut gefärbte Kleider sowohl für Kinder, Frauen und Männer mit gewebten Stoffen aus Westafrika, Ostafrika oder rote Decken aus Pondoland, Südafrika werden auf dem textilen Markt gehandelt. Apropos Kunstobjekte. Sie reichen von Souvenirs bis zu antiker Kunst, die seit Jahrhunderten im Mittelpunkt des alltäglichen Lebens in Afrika steht. Die bekannten Bronzefiguren von Ol Okum, Ifé von Benin Nigeria, die Goldstaubgefäße von Ashanti, Ghana, um nur diese zu nennen, können es perfekt bezeugen.

Traditionelle afrikanische Musikinstrumente wie Djembe, Mbira oder Sanzi usw. werden in Afro-Shops ebenso angeboten wie CD, MC,SP, DWD und Videokassetten mit afrikanischer oder karibischer Musik.

Afro-Shops sind nicht nur Läden, sondern auch Begegnungsstätten für Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen, Ländern, Kontinenten. Sie ersetzen ihnen ein wenig Lebensqualität, die langsam aber sicher in der modernen Gesellschaft verloren geht.

Franklin Nkangou Mikangou

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Afrika!Was ist das?

Während einer afrikanischen Veranstaltung in einem Kölner Museum blätterten zwei junge Frauen an einem Bücherstand in Büchern über Afrika. „Alles ist zu teuer“, sagte die eine, nachdem sie ein umfangreiches Buch zum zweiten Mal in die Hände genommen hatte. „Warum sind die Bücher und Schmuckstücke so teuer?“ frage sie den Verkäufer. „Ich bestimme die Preise nicht selbst, die Preise der Produkte sind fest kalkuliert“, erwiderte der Verkäufer. „Sie sehen, dass die Preise direkt aufgedruckt sind.“ „Nein, afrikanische Produkte sollten nicht so teuer sein, die Arbeitskräfte werden unterbezahlt“, erwiderte die Frau. „Wenn Ihnen die Bücher und der Schmuck zu teuer sind, können Sie diese Zeitschrift kaufen. Béto ist die einzige bundesweite Zeitschrift über Afrika in deutscher Sprache.“

„Wir wollen nicht unbedingt etwas über Afrika lesen, wir sind genug informiert. Wir haben Bekannte aus Afrika, sie erzählen uns alles“, antwortet eine der beiden Frauen. „Ich bitte Sie, liebe Damen. Afrika besteht aus sehr vielen, teilweise völlig unterschiedlichen Kulturen. Einige wenige Bekannte können Sie nicht über den gesamten Kontinent informieren.“

In einer Schule fragt ein Lehrer die Schüler: „Was ist Afrika?“ Ein Schüler antwortet spontan: „Ein Land, wo die Leute nicht genug zu essen haben, weil es übervölkert ist.“

Das sind einige typische Klischees und Vorstellungen, die weit verbreitet sind, wenn man über Afrika spricht.

Mit 30.217.000 Quadratkilometern ist Afrika der zweitgrößte Kontinent der Erde. Dreimal größer als Europa ist er im Vergleich zu diesem unterbevölkert. Afrika besitzt nur 1/8 der gesamten Weltbevölkerung.

Realität hingegen ist das destruktive Ringen vieler Eliten um die Macht, was Menschenrechtsverletzungen und wirtschaftliche Miseren verursacht. Bedingungen, die es in Afrika ebenso wie in vielen Ländern Asiens, Lateinamerikas und der Karibik gibt. Die wahren Ursachen der materiellen Unterentwicklung Afrikas durch die westliche Welt müsste analysiert und bekämpft werden. Afrika - das sind nicht nur Krisen und Katastrophen, Afrika ist ein wichtiger Teil dieser Welt.

Als Wiege der Menschheit mit einer weit zurückreichenden Geschichte hat Afrika viel zur Zivilisation der Erde beigetragen. Afrika ist arm - das stimmt auch nicht ganz. Ein großer Teil von Rohstoffen und Agrarprodukten dieser Welt stammt aus Afrika. Was wirklich fehlt auf dieser Erde ist Gerechtigkeit, ein gerechtes Aufteilen der Ressourcen. Afrika braucht keine Entwicklungshilfe, sondern aufrichtige Zusammenarbeit auf Partnerschaftsbasis zum gegenseitigen Nutzen für die Entfaltung der menschlichen Potentiale und eine wahrhaft humane Entwicklung für die gesamte Menschheit. Das sollte das Ziel sein und das ist unser aller Verantwortung.

Franklin Nkangou Mikangou

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Femmes Africaines en Allemagne

Par : Franklin Nkangou Mikangou.

L'Allemagne ! Voici le nom d' un pays dont la simple évocation laisse rarement plus d'une personne indifférente.
Le gout prononcé pour le travail bien fait, l'ordre et l'organisation du système social ont fait de ce pays un modèle de progrès, de développement. Le miracle économique de l'Allemagne, la gestion rigoureuse des richesses produites et la mise en valeur judicieuse des ressources humaines au sein de la société ont fait de l'Allemagne l'un des pays les plus riches de la planète. Quoi qu'on dise ; l'Allemagne reste malgré la conjoncture économique peu clémente de ces derniers temps, le moteur économique de l'Europe, le pole d'attraction de nombreux hommes d'affaires à tràvers le monde. Nation jadis longtemps décrée pour ses actions guerrières qui ont eu pour conséquence la division de la nation en deux républiques antagonistes durants des générations, l'Allemagne dont une république s'était courageusement engagée à respecter les accords de la paix signés et s'inspirer fidèlement à la démocratie parlementaire et batir une stabilité politique exemplaire est longtemps devenue l'un des pays d'acceuils les mieux convoités parmi les nations Européennes. La vague de travailleurs émigrés appelés dans les années 60, vite rejointe par les familles ainsi que de nombreux autres nouveaux venus jusqu'à nos jours dans ce pays reconverti depuis la belle lurette en exportateur de la technologie, des produits manufacturés de marque à travers le monde constitue une preuve marquante.
L'Allemagne compte aujourd'hui plus de 7 Millions d'émigrés pami eux un nombre grandissant d'Africains malgré une xénophobie plus une moins latente.
Loin de cette considération qui n'anime heureusement pas tout citoyen Allemand, il est intéressant de donner à cet occasion la parole aux Africaines résidant en Allemagne. A travers les lignes qui suivent nous allons lire leur point de vue en ce qui concerne leur expérience dans ce pays industralisé, propre mais où le soleil est rare et où la langue nationale, la bureaucratie constituent à elle seule déjà un handicap majeur notamment pour tout venu.

Jacqueline Ngo-Oum
Née au Cameroun en 1967 et après des études des sciences de la communication à la Sorbonne, un stage de six mois ont permis à jacqueline d'obtenir un contrat auprès du centre culturel japonais à Düsseldorf ; capitale de laWestfalie.
Après deux années de travail d'années au sein du centre, la jeune Camerounaisse de nationalité Francaise passe un concours et fréquente l'école de la grande entreprise allemande Siemens AG à Duisburg. Trois ans plus tard, elle obtient le diplôme de European Merchant.
Il s'ensuit une expérience professionnelle enrichissante. En qualité d'assistante de projet et de sécrétaire trilingue. Jacqueline a été initiée dans l'humanitaire dans une organisation humanitaire " Kinder Dorf " Oberhausen. Pendant des annés, Jacqueline a été une employée dans une multinationale américaine domaine de la gestion clientèle et responsable de la comptabilité suisse.
Il va s' en dire que, contrairement à beaucoup de ressortissant(e)s de l'Afrique, Jacqueline, certes, grace ses références scolaires honorables connaît une réussite notable dans le domaine professionnelle. En Allemagne, le problème de l' intégration sociale réelle de tous les étrangers, d'égalité de chances sur le plan de la promotion professionnelle reste à faire. Malgré quelques prises de positions assez courageuses des politiciens de la gauches, sourtout depuis la chute du mur de Berlin, la réunication Allemande en 1990, les choses se sont compliquées davantage en ce sens. L'unification est venue brusquement faire comprendre aux Allemands de l'ouest face aux exigences à peine voilées de leurs frères de l`ex RDA en général plus sensibles en cette unification grace aux avantages matérielles que cela leur procure et qu'ils ne tiennent pas à partager avec les étrangers que la charité bien ordonnée commence par soi- meme. Le travail de la classe politique socialiste qui a toujours tenté de stimuler une conscience collective qui serait basee particulierement sur meilleure tolerance vis a vis des minorites locales n' est pas aisée.
Revenant à Jacqueline ; elle ajoute : " J'ai depuis 1990 apprise à apprécier à sa juste valeur la rigueur de la vie allemande et ainsi et la comparer à celle de la France. Le pays entre autre de Freud, Einstein, Boris Becker et de grandes firmes telles que Mercedes et BMW est une grande force économique et offre aux plus éffrontés des opportunités professionnelles non négligeables. Certes vivre en Allemagne nécessite une forte personnalité. Certains jours se remplissent de désillusions, d'amertume et paraissent parfois presque insoutenables face à leur froideur. Mais chaque jour nouveau apporte l'espoir de participer dans un futur proche à l'éclosion d'une nouvelle Allemagne ne laissant plus les fantomes du passé hanter son avenir " malgré les difficultés économiques qui ne cessent de s'accroitre ces derniers temps.

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Die Kunst eines Kontinents

Unter dem Motto „Afrika, die Kunst eines Kontinents„ fand im Jahr 1995 in Zusammenarbeit mit der Royal Academy of Arts von London und der Zeitgeistgesellschaft e.V. eine Ausstellung in Berlin statt, die zuvor 4 Monate lang in London große Erfolge verbuchen konnte. Mit über 250.000 Besuchern war dies eine der erfolgreichsten Ausstellungen der letzten Jahre in Europa.

Die Presse, unter anderem die Zeitung Indepent titelte „Dies könnte die beste Ausstellung sein, die man je gesehen hat„, während die Financial Time schrieb: Diese Ausstellung wird Afrika in einem anderen Blickfeld erscheinen lassen.

Die Ausstellung „Die Kunst eines Kontinents„ hat den Besuchern deutlich die Jahrtausende alte Kultur des afrikanischen Kontinents, seine Vielfalt und Komplexität seiner Kunst gezeigt. Die ältesten Werke handeln vom Beginn der Menschheit, während sich die jüngsten Kunstobjekte auf den Beginn dieses Jahrhunderts beziehen.

Mit annähernd 800 Leihgaben aus verschiedenen Museen und Sammlungen aus der ganzen Welt wurde dies die umfangreichste Ausstellung über die Kunst des afrikanischen Kontinents.

Warum Kunst?

Nach wie vor wird das Land und seine Kulturen geprägt von Vorurteilen und Ignoranz. Während die Kultur Altägyptens und Nubien dem Mittelmeerraum zugeordnet wird und in den Kunstmuseen der Welt zu finden ist, betrachtet man die Kunst Afrikas südlich der Sahara bis heute vorwiegend aus ethnographischen Gesichtspunkten. So stammen viele Gegenstände dieser Ausstellung, soweit sie nicht aus Privatsammlungen zur Verfügung gestellt wurden, aus Völkerkundemuseen. Durch Äußerungen wie primitive Kunst oder Stammeskunst wird die Kunst nicht gebührend gewürdigt. Daran hat auch die Tatsache nichts geändert, dass die europäische Avantgarde zu Beginn des 20. Jahrhunderts die afrikanische Kunst und ihre universelle Sprache für sich entdeckte. Beispiele für die bewusste Zurücksetzung der künstlerischen Entwicklung in Afrika südlich der Sahara finden sich genug. So wurde bewusst ein späteres Datum auf den Ifé- und Beninbronzen angegeben, als sie in Wirklichkeit entstanden sind, obwohl sie zeitgleich oder sogar vor der europäischen Renaissance stammen. Dagegen wurde in der Ausstellung „Afrika - die Kunst eines Kontinents„, der Begriff Kunst ganz bewusst hervorgehoben. Mit dieser Ausstellung wollte man erreichen, dass die afrikanische Kultur genauso wie die sogenannte westliche Hochkultur gewürdigt wird.

Die Ausstellung in Berlin wurde in sieben geographische Zeitzonen eingeteilt.

Aus dem Niltal gingen die beiden großen Kulturen des antiken Ägypten und Nubien hervor. In der Ausstellung konnte man erstmals Verbindungen zwischen dem antiken Ägypten und subsaharischen Afrika entdecken. Gemeinsamkeiten zeigten sich im Totenkult der Spätzeit Altägyptens, als Priester in der Rolle des Totengeleiters Anubismasken des Schakalgottes trugen - eine subsaharische afrikanische Tradition. Eine andere Gemeinsamkeit besteht aus der Verwendung des Querbeils, das heute noch von Schnitzern in Afrika benutzt wird. Das Beil ist bereits im Grabrelief (1.200 v. Chr.) aus der 19. Dynastie dargestellt.
Die Kulturen Nubiens waren Mittler zwischen dem inneren Afrika und Altägypten. Die Verschmelzung der Kulturen zeigt sich insbesondere in dem Goldschatz einer meroitischen Königin: Die Ikonographie ist ägyptisch, die Technik hellenistisch, die Schmuckformen enthalten ein starkes afrikanisches Element.

Ostafrika

Diese Region, die sich vom heutigen Äthiopien bis ins nördliche Mosambik erstreckt, und zu der auch die vorgelagerten Inseln Sansibar und Madagaskar gehören, wurde in der Forschung und Darstellung afrikanischer Kunst lange vernachlässigt. Mit den Handkreuzen aus Äthiopien, den reich verzierten Swahili-Türen der Küstenregion, den Grabpfosten aus Kenia und den Skulpturen der Vezo aus Madagaskar belegt diese Ausstellung die kulturhistorische Bedeutung Ostafrikas.

Südliches Afrika

Aus diesem Teil des Kontinents stammen einige der ältesten Zeugnisse der Menschheit. Um so erstaunlicher ist es, dass auch die Kunst dieser Region bislang keine große Bedeutung bei kultur-historischen Untersuchungen hatte. Die ausgestellten Fragmente bemalter Felsen aus Namibia werden aus 27.500 v. Chr. datiert und repräsentieren die ältesten und bekanntesten Felsmalereien Afrikas. Sie wurden bei Ausgrabungen in der Apollo-11-Höhle gefunden und waren zum ersten Mal in Europa ausgestellt. Von hoher künstlerischer Gestaltungskraft bezeugen die Felsmalereien der San, die in einem Zeitraum von 5000 v. Chr. bis zum 18./19. Jahrhundert entstanden sind. Einige Werke, darunter der „Coldstream Stone„ zählen zu den ältesten Arbeiten einer Kunst. Zum letzten Mal wurden die Lydenburg-Köpfe außerhalb Südafrikas gezeigt. Sie gehören zu den frühesten Beispielen der Skulpturen im südlichen Afrika und stammen aus dem
6. - 7. Jahrhundert n. Chr.

Zentral-Afrika

Berühmt sind in den zentralafrikanischen Ländern die Nagelfiguren. Sie gehören zu den als „Minkisi„ bezeichneten Figuren, die in dieser Region sehr verbreitet sind. Man glaubt, dass die „Minkisi„ über eine besondere Kraft verfügen, mit der sie für Recht und Ordnung sorgen und Übeltäter abwenden können. Bei den machtvollen Nagelfiguren aus dem demokratischen Kongo und aus der Republik Kongo (Brazzaville), die in der Ausstellung zu sehen waren, z. B. durch einen doppelköpfigen Hund, wurde mit jedem eingeschlagenen Nagel, die den Figuren innewohnende Kraft mobilisiert.

Unverwechselbar in ihrer Gestaltung sind die Figuren und Masken der Chokwe aus Angola, die einen zentralen Platz in der Kunstgeschichte Afrikas einnehmen. In „Afrika - Die Kunst eines Kontinents“ belegen die beiden Holzskulpturen, von denen eine den Kulturheros Chibinda Ilunga darstellt, die ungewöhnliche Kraft der Chokwe-Künstler.

Auch die Ahnenfiguren der Luba, Hemba und Tabwa zählen zu den herausragenden Kunstwerken Afrikas. Trotz unübersehbarer Unterschiede strahlen beide Figuren Ruhe und Ausgeglichenheit aus. Bei dem Versuch, in den Skulpturen eine Balance der Widersprüche herzustellen, zeigt sich aber ein gemeinsames ästhetisches Prinzip der afrikanischen Kunst. So verbinden die Ahnenfiguren der Hemba beispielsweise durch ihre strenge und distanzierte Mimik einerseits und ihre menschliche Gestik andererseits in sich Leben und Tod. Tod und Fruchtbarkeit als zentrale Themen der afrikanischen Kunst bringen den Wunsch nach Frieden und Fortbestand der Gemeinschaft zum Ausdruck.

Westafrika und Guineaküste

Diese Region kann auf eine außerordentliche Kunst- und Kulturgeschichte zurückblicken. Bei den Fürstentümern und Königreichen Kameruns, dem Staatswesen von Benin sowie der Ifé-Kultur in Nigeria hatten die Kunstwerke bereits zwischen dem 11. und 12. Jahrhundert eine große Bedeutung. Die Ifé-Figuren gelten wegen ihres idealisierten Naturalismus und der vollendeten Gusstechnik als einmalig in Afrika. Die Benin-Bronzen aus dem 12. bis 16. Jahrhundert wurden von Künstlern, die in Gilden organisiert waren, im Auftrag des Königs gegossen. Skulpturen wie „die Königinmutter“ aus Benin waren Glanzstücke der Ausstellung.

Sahel und Savanne

Sahel, die südlichen Randgebiete der Sahara, sind seit Jahrhunderten wirtschaftliches und kulturelles Bindeglied zwischen den islamischen Kulturzentren Nordafrikas und den afrikanischen Staaten. Die Geschichte des Sahels bezeichnet den Aufstieg und Fall zahlreicher berühmter Königreiche wie Ghana und Mali und bedeutender Staaten wie Haussa und Bornu. Eine lange künstlerische Tradition weisen die Dogon aus Mali auf. Noch bevor die europäische Kunst mit dem Beginn der „Moderne“ dem Wesen der Dinge durch Abstraktion und Stilisierung auf den Grund zu kommen suchte, befand sich in den Skulpturen der Dogon die Bedeutung dieser Kunst. Auf einem flachen Holzstück sind die menschlichen Formen unverkennbar, auch wenn die Figuren stark verkleinert dargestellt sind. Auf dem Holzstück ragen Hände und Arme in die Höhe. Der Kopf ohne Gesicht symbolisiert die Weisheit. Die angedeuteten Genitalien bedeuten Zeugungskraft und Kontinuität. Die ausgestreckte Figur fleht um Regen. Zugleich bedeutet sie Brücke und Verbindungslinie zwischen Himmel und Erde.

Nordafrika

Mit Nordafrika neigte sich die Ausstellung dem Ende zu.
Die Kunst aus der Region Nordafrikas wurde durch die Phönizier, welche Karthago zum Zentrum der punischen Kunst machten, geprägt. Davon zeugen die Terrakotta-Masken aus dem 6. Jahrhundert v. Chr., die einen Kontext zu Afrika, südlich der Sahara, herstellen. Mit der Zerstörung Karthagos durch die Römer begann die Verbreitung der spätantiken Kultur in Nordafrika. Die Kunstwerke der Kopten zeigen ihre tiefe Verwurzelung in der ägyptischen Geschichte. Sie verbinden frühchristliche Motive und Symbole aus pharaonischer Zeit. Die prägende Kraft des Islam, der im 7. Jahrhundert nach Chr. seinen Einzug hielt und im Mittelalter Kairo zum religiösen Zentrum machte, vermittelt uns in dem überwältigen hölzernen Minbar einen Einblick über die Elfenbeinintarsien aus dem Ende des 16. Jahrhunderts.

Béto Redaktion

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